Schlaganfall - was nun? Fragen über Fragen

 

 

 

·          Was passiert mit mir bei einem Schlaganfall?

Das menschliche Gehirn ist die Schaltzentrale des menschlichen Körpers: Es macht zwar nur 2% der menschlichen Körpermasse aus, fordert aber für seine anspruchsvolle Tätigkeit über 20% des Sauerstoffs für sich. Die Blutversorgung über die Gefäße ist dabei entscheidend. Bei einem Schlaganfall wird diese Versorgung gestört, zum Beispiel durch einen Blutpfropf, der den Blutfluss behindert. Die betroffenen Areale werden durch die Unterversorgung geschädigt. Dadurch zeigen sich sehr unmittelbar Symptome wie Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen.


·          Wie fühlt sich ein Schlaganfall an?

      Jeder Schlaganfall fühlt sich anders an, je nachdem, an welcher Stelle im Gehirn er stattfand.

Im illustrierten Teil meines Buches „Als mich der Schlag traf“ gehe ich ausführlich auf die veränderte Wahrnehmung nach einem Gehirnschlag ein. Mittels der Zeichnungen habe ich versucht, einen möglichst guten Eindruck zu vermitteln, wie sich ein Schlaganfall für Betroffene anfühlt.

Brigitte Mohn, die Vorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfall- Hilfe beantwortet diese Frage in Ihrem Geleitwort zum Buch „Als mich der Schlag traf“ so:  „ ... Viele von Ihnen haben dies bereits leidvoll erfahren, andere werden nach der Lektüre dieses Buches eine Vorstellung davon haben. Sehr authentisch und geradezu plastisch schildert Gabo in Wort und Bild ihre Gedanken und Gefühle, nachdem sie der Schlag traf. ... “

 

·         Werde ich wieder ganz gesund?

So erschreckend die Folgen eines Schlaganfalls sind: Heute weiß man, dass das Gehirn sich zu einem sehr großen Teil regenerieren kann. Lassen Sie sich in der Erwartung, wieder ganz gesund zu werden nie beirren – auch wenn die Genesung sehr lange dauert. Genießen Sie Schritt(chen) für Schritt(chen) die neugewonnenen Fähigkeiten – es gab noch nie so viele und so häufig Erfolge zu feiern!

In Als mich der Schlag traf“ beschreibt der Neurologe Prof. Horst Hummelsheim im Sachteil, was sich hinter der sogenannten Neuroplastizität des Gehirns verbirgt.


·          Was brauchen Betroffene von ihren Freunden und der Familie?

Wir Menschen mit Schlaganfall wissen selbst immer am besten, was wir gerade brauchen. Versuchen wir zu lernen, es auch zu zeigen und auszudrücken – mit der gleichen Einfühlsamkeit, die wir auch von unseren Freunden und Familien erwarten. Wir dürfen nie vergessen: unsere Angehörigen sind mit-betroffen!


·          Wie gewinne ich mein Körpergefühl zurück?

Ich wünsche allen Schlaganfallpatienten, dass es ihre persönliche Lebenssituation erlaubt, sich viel Zeit, Ruhe und Geduld für die Heilung des Körpers zu nehmen. Bei den Übungen, die nun unser Leben begleiten, sollte immer ein Lernschritt sicher und gefestigt sein, bevor der nächste folgt. Das Körpergefühl wird so immer bewusster und stabiler.


·          Welche Therapien sind für mich die erfolgversprechendsten?

Beraten Sie sich mit Ihren Therapeuten. Wählen Sie aus deren Vorschlägen das, was Sie anspricht. Üben und Lernen soll Spaß machen, dann sind die Ergebnisse beeindruckend. Vermeiden Sie Stress beim Üben – dieses Stressgefühl wird sich sonst auf die Übung legen wie ein klebriger Schleier.

In  „Als mich der Schlag traf“ beschreiben Therapeuten die unterschiedlichen Methoden und Angebote, die auf die verschiedensten Schlaganfallfolgen zurechtgeschneidert sind. Sie erfahren welche Ideen und Konzepte z. B. hinter der Bobath-Methode, der Forced-use-Therapie, dem Perfetti-Konzept und der Spiegeltherapie stehen.


·         Was wird in der Reha gemacht? 

      Nach einer gründlichen Anamnese, die beschreibt, in welchem Zustand sich der Patient mit Schlaganfall befindet, werden Tagespläne erstellt, die die Akutversorgung mit Therapien, Untersuchungen und Vorträgen abdecken. Jede/r wird dort abgeholt, wo sie/er mit ihren/seinen Fähigkeiten  gerade steht.

In „Als mich der Schlag traf“ beschreibt die Neurologin Dr. Diana Djouchadar, warum eine Reha bei einem Gehirnschlag notwendig ist, wie lange sie dauert und wie sie aufgebaut wird.


·         Meine Freundin hatte einen Schlaganfall. Wie verstehe ich, wie sie sich fühlt?

In meinem Buch beschreibt die Dipl. Psychologin Ria Scholz, dass es fünf verschiedene Phasen der Bewältigungsstrategien gibt, die jeder, den ein solches Schicksal ereilt, durchlaufen wird. In der ersten Phase z. B. möchten wir gar nicht wahrhaben, was mit uns passiert ist, verdrängen es, nehmen es nicht ernst, "lachen es weg". Wenn in dieser Phase über Umbaumaßnahmen im Haus nachgedacht werden soll, so wird das auf wenig Mitarbeit des Patienten hinauslaufen.


·          Kann man überhaupt etwas tun, um sich vor einem Schlaganfall zu schützen?

Dr. Hoffmann und Prof. Meisel von der Charité Berlin haben hierzu Ideen, dargestellt im Buch „Als mich der Schlag traf“. Sie berichten von Risikofaktoren für Schlaganfall und wie man diese minimieren kann.


·         Wohin mit weiteren Fragen?

Stellen Sie mir Ihre Fragen. Vielleicht kann ich Ihnen aus meiner Erfahrung antworten. Hier geht’s zur Kontaktanfrage.

Neurologen und Therapeuten in Ihrer Umgebung sind kompetent und erfahren. Suchen Sie sich die besten, die einfühlsamsten und solche, die auf Sie eingehen – meistens gibt es Auswahl!